Basisforschung in Wissenschaft und Philosophie

Die historische Entwicklung der Naturwissenschaft und Medizin hat einen Stand erreicht, an dem heute drei Fragen zu stellen sind: inhaltlich, methodisch, perspektivisch. Diese drei Fragen gehören traditionell zur Philosophie, lassen sich aber anhand konkreter wissenschaftlicher Forschung beantworten:

1. Zentrale inhaltliche Frage: Gibt es in der Natur außer den physikalischen Grundkräften noch weitere Kräfte?

Die Antwort lautet: Ja, es gibt derartige Kräfte und sie können wissenschaftlich erforscht werden – nachzulesen in folgendem IFAEMM-Artikel:  

  1. Kiene H, Hamre HJ. A fundamental question for complementary medicine: Are there other forces in the natural world besides the physical forces? Complement Med Res. 2023 Oct 19. DOI: 10.1159/000534592
  2. Kiene H, Hamre HJ. Eine zentrale Frage zur Komplementärmedizin: Gibt es in der Natur außer den physikalischen Grundkräften noch weitere Kräfte?  Complement Med Res 1-7. 2023 Dec 23. DOI: 10.1159/000534899

oder  > zum Projekt 'Eine zentrale Frage' 


2. Zentrale methodische Frage: Wie kann ein kausaler Zusammenhang als solcher erkannt werden? Spezifisch für die Medizin: Wie kann der kausale Zusammenhang zwischen therapeutischer Behandlung und Verbesserung/Verschlechterung am Patienten bestimmt werden?

Die klassische Methode für das Feststellen eines therapeutischen Kausalzusammenhangs ist die randomisierte kontrollierte Studie (randomised controlled trial, RCT). Tatsächlich gibt es aber weitere Möglichkeiten des Kausalerkennens. Im IFAEMM wurde das Gesamtsystem des Kausalerkennens (system of causality assessment) entwickelt. Es umfasst auch die Methode des kriteriengestützten, nicht-statistischen Kausalerkennens am Einzelfall. Das gesamte Methodenspektrum kann zur therapeutischen Wirksamkeitserfassung eingesetzt werden: vom RCT (randomised controlled trial) bis zum TCR (therapeutic causality report). 

Das System des Kausalerkennens überwindet gängige philosophisch-methodologische Traditionslinien (Bacon, Hume, Mill, Fisher) und erweitert die Möglichkeiten zur Evidenzgewinnung (expanded evidence). An diesem Thema hängt u.a. die methodologische Berechtigung der praxisbasierten Medizin (experience based medicine) und letztlich auch die kausale Evaluierung des einzelnen Patienten in der personenzentrierten Medizin (patient-centered medicine, eine der großen Aufgaben der Medizin des 21. Jahrhunderts laut Institute of Medicine (US) Committee on Quality of Health Care in America. Crossing the quality chasm. A new health system for the 21st century. National Academies Press, Washington (DC), 2001).

Die wissenschaftlichen Grundlagen sind nachzulesen in folgenden IFAEMM-Publikationen:

  1. Kiene H, Hamre HJ, Kienle GS. In support of clinical case reports: A system of causality assessment. Global Adv Health Med 2013;2(2):28-39. DOI: 10.7453/gahmj.2012.061
  2. Kiene H. Komplementäre Methodenlehre der klinischen Forschung. Cognition-based Medicine. Berlin - Heidelberg - New York: Springer; 2001, 193 S. ISBN 3-540-41022-8. Volltext (PDF)
     

3. Die zentrale perspektivische Frage: Kann das wissenschaftliche Denken erneuert werden?

Um die Ordnung der gestaltbildenden und -erhaltenden Kräfte (obige Frage 1) und die Ordnung des Gesamtsystems der Kausalität (Frage 2) offenzulegen, muss das wissenschaftliche Denken grundlegend erneuert werden.

Ein Buch, das die Methodik und die Inhalte der Erneuerung ausführt, ist im IFAEMM für 2025 geplant. Das hier folgende Einführungskapitel zeigt die Ausrichtung des Projekts, das Inhaltsverzeichnis gibt einen Überblick:

> zum Einführungskapitel

> zum Inhaltsverzeichnis

 

 

 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte prüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.